akute Verletzungen im Sport

 

"Sport ist Mord?"

 

Wer aktiv Sport betreibt oder dem Geschehen passiv beiwohnt weiß, dass Verletzungen zum Sport dazu gehören. Ob durch Fremdeinwirkung, selbstverschuldet oder oft genug durch ungünstig-zufällige Zustände bleibt dabei nebensächlich, denn am Ende dessen bleibt ein Sportler mit einer Verletzung.

Wie gehen wir bei einer akuten Verletzung vor?

 

Die wichtigste Regel, die bei akut vorliegenden Verletzungen stets bedacht werden muss, nennt sich PECH:

 

 

Das P steht dabei für Pause

 

Der Sportler muss die Belastung augenblicklich abbrechen, seine lädierte Körperpartie schonen und sofort ruhig stellen. Je nach Schwere der Verletzung stellt sich diese Frage teilweise gar nicht, dennoch muss darauf hingewiesen werden.

 

 


 

Falls sie oder er bei kleineren Traumata „durch den Schmerz hindurch“ weiter spielt, werden größere Verletzungen in Kauf genommen und können deutlich langwierigere und kompliziertere Heilungsprozesse nach sich ziehen.

 

E = Eis

 

Die betroffene Körperpartie sollte gekühlt werden, denn Kälte verhindert, dass das betroffene Gewebe allzu stark anschwillt. Außerdem lindert es die Schmerzen.

 

Als Hilfsmittel eignen sich hierfür Kühlbeutel, Instant Ice, Eissprays, Kühlpads oder Eiswürfel, die am besten stets zum Training und Wettkampf im Eiskoffer mitgeführt werden. Vorsicht ist geboten, falls das Eis direkt auf die Körperpartie aufgetragen wird, da dadurch Verbrennungen auftreten können. Ebenso muss mit dem Eisspray mit Bedacht umgegangen werden - die Packungsbeilagen liefern meist sehr genaue Anweisungen (meist ca. 30 cm Abstand zur betroffenen Körperpartie etc., nicht auf offene Wunden etc.).

 

Vorsicht: Schmerzen sind stets ein Warnsignal des Körpers. Man kann die Schmerzen durch Kälte lindern, aber die Verletzung bleibt dennoch bestehen. Spürt der Sportler die Schmerzen jedoch nicht mehr und spielt/turnt/läuft weiter, kann eine Verletzung sich verschlimmern. Aus diesem Grund sollte auf keinen Fall ein Sportler mit Kälte behandelt werden, nur um ein Weiterspielen zu ermöglichen.

 

Die Dauer der Eisbehandlung sollte 20 Minuten nicht übersteigen; erst nach einer 1-2stündigen Pause kann diese anschließend fortgesetzt werden.

 

 

C wie Compression

 

Das C steht für Kompression (engl. Compression). Ein an der verletzten Körperpartie rechtzeitig angelegter Druckverband verhindert, dass sich Schwellungen und Blutergüsse ausbreiten. Der Druckverband sorgt dafür, dass die Gefäße enger beieinander liegen und eine möglicherweise vorhandene Blutung deutlich geringer ausfällt.

 

Bei Sportlern mit hohen Schuhen (beispielsweise Basketballer) wird immer wieder behauptet, dass bei Sprunggelenksverletzungen die Schuhe nicht ausgezogen werden sollen, da die Schuhe für eine Kompression sorgen. Dem entgegengesetzt muss festgehalten werden, dass auf diese Art und Weise gezielte Kompression und Eisbehandlung erschwert werden und die zunehmende Schwellung in den geschnürten Schuhen unter Umständen sehr schmerzhaft sein kann.

 

 

H, Hochlagern

 

Neben der parallel erfolgenden Eisbehandlung sollte der Sportler den verletzten Körperteil hoch lagern, beispielsweise auf eine Sporttasche. Durch die Hochlagerung wird die Blutzufuhr verringert und Flüssigkeit, die aus den Blutgefäßen in das umliegende Gewebe ausgetreten ist, wird so leichter abtransportiert.

 

 

Ab zum Arzt

 

All die aufgeführten Hinweise und selbst die Verwendung eines hochwertigen Betreuerkoffers können für Laien nur erste Tipps darstellen, wie im Fall der Fälle mit einer Verletzung umzugehen ist. Bei einer akuten Verletzung sollte nach den geschilderten Sofortmaßnahmen zur genauen Diagnose ein Arzt kontaktiert werden.